MARTIN WILLING

1958 in Bocholt geboren
1978-85 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Münster bei Paul Isenrath; Studium der Physik an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster
1981/82 Preise des Fördervereins der Kunstakademie Münster
1985 „Studiogalerie7“, Stipendium, Landschaftsverband Westfalen-Lippe
1991 Projektstipendium Fritz-Berg-Gedächtnis-Fonds der SIHK in Hagen zur Realisierung der Skulptur „Trichter“
1993 Preis des VBK Köln
1997 Ankaufspreis der 13. Internationalen Biennale der Kleinplastik, Slowenien / Deutschland
1999-2000 „Quadratschichtung, zweiachsig, wachsend“, Skulpturenpark Köln
2003-05 Erster Preis Kunst am Bau Wettbewerb, Fraunhofer Gesellschaft München

Der Metallbildhauers Martin Willing, 1958 in Norddeutschland geboren, überzeugt mit einem singulären Werk, dessen Besonderheit die elastische Bewegung seiner klarer Grundformen und die Eigenschwingung des Materials ausmacht. Im Gegensatz zu den Objekten der kinetischen Kunst balancieren sich seine Skulpturen nach einem gegebenenen Impuls ohne motorischen Antrieb oder verbindende Scharniere in eleganten  Choreografien in ihre Ausgangsform zurück. Sinnlichkeit ist im Werk des Künstlers ebenso spürbar wie konstruktiver Intellekt, so überrascht es nicht, dass  Martin Willing in seinen Skulpturen das gepaarte Wissen eines Kunst- und Physikstudiums vereint. Heiter und spielerisch verneigen sich seine Stahl- und Aluminiumobjekte vor dem Betrachter und verführen ihn zur Spekulation wie das technoide Material nach schwerelosem Tanz durch ein zeitloses Vacuum in seine Ausgangsform zurückkehrt. Scheinbar statische Objekte zeigen ihre verletzliche Labilität und  führen in der Betrachtung ihres instabilen Zustandes zu überraschend neuen Wahrnehmungen. Der Künstler reduziert seine geometrischen Formen bis auf das Wesentliche und balanciert gekonnt die Schwere des Materials mit poetischer Großzügigkeit.